Was ist Karate - Erklärung |
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Karate bedeutet „leere Hand“ und ist eine Kampfkunst zur waffenlosen Selbstverteidigung,
bei der Arme, Beine und Körper trainiert werden. Stoßen (Tsuki), Schlagen (Uchi), Treten (Keri)
und Abwehren (Uke) in vielen Variationen bilden die Grundlagen der Karatetechniken. Dabei ist Karate jedoch ein Training des Körpers und des Geistes. Koordination, Ausdauer, Gleichgewicht, Disziplin, Aufmerksamkeit (Sanshin), Konzentration, Selbstbewusstsein und Kraft wird durch das stetige Üben der Karate-Techniken verbessert. Dabei ist für die Effektivität einer Technik nicht die Kraft, sondern das korrekte Ausführen von Bedeutung, daher kann sie von jedem erlernt und angewendet werden. Das Training gliedert sich in Kihon (Grundschule), Kata (stilisierte Form eines Kampfes gegen mehrere imaginäre Gegner) und Kumite (Kampf). Dem Partner wird mit Respekt und Fairness gegenübergetreten. Im Kampf (Kumite) ist oberstes Ziel, den Partner nicht zu verletzen. Vor dem ersten freien Kämpfen (Jiyu-Kumite) ist daher erst mal ein langes Üben der Karatetechniken notwendig. „Karate ni sente nashi“ – „Es gibt im Karate keinen Angriff“ (Gichin Funakoshi) Gewalt ist immer die schlechteste Lösung einen Konflikt zu lösen und ein wahrer Karateka wird niemals den ersten Angriff führen, sondern sein Können nur zur Selbstverteidigung verwenden. Dies ist ein grundlegender Aspekt des sog. Karate – Do, dem Weg der leeren Hand. Das bedeutet auch, dass Karate nicht nur im Dojo (Trainingsraum, Versammlungsort) stattfindet, sondern auch außerhalb. Trainiert wird barfuss und in einem weißen Karateanzug (Gi). Die Gürtelfarben zeigen den Entwicklungsstand eines Karatekas an und werden durch Prüfungen erworben. Insgesamt gibt es 9 Kyu-Grade (farbige Gürtel) und 9 Dan-Grade (schwarze Gürtel). |
Geschichte des Karate |
Obwohl der Begriff „Karate“ erst Anfang des 20igsten Jahrhundert in Erscheinung tritt, geht
seine Tradition auf die in China und Japan weit verbreiteten Kampfkünste zurück. Vor allem
Meister Gichin Funakoshi hat das Karate bekannt gemacht. Auf ihn geht auch die Stilrichtung
„Shotokan“-Karate zurück, die weltweit am weitesten verbreitet ist.„Shoto“ bedeutet „Pinienrauschen“ und war der Künstlername Funakoshis, der auch Gedichte verfasste. Shotokan war auch der Name seines ersten 1936 in Japan gebauten Karate-Dojos (Trainingsortes). Anfangs wurde Karate nur in Form von „Katas“ (festgelegte Bewegungsabläufe oder auch Formen genannt) und Grundschule (Kihon) trainiert, erst später kamen festgelegte Partenerkämpfe (Kumite) und schließlich der freie Kampf (Jiyu-Kumite) hinzu. Funakoshi entwarf auch den weißen Karate-Gi, der zum einen die geistige Haltung repräsentiert, aber auch die Standesunterschiede zwischen den Übenden verschwinden lies. Unter seinem Schüler Nakayama wurde Karate auch als Sport populär und die ersten Wettkämpfe abgehalten. Jürgen Seydel hat 1957 das Karate nach Deutschland gebracht. Seitdem hat es sich stetig weiterverbreitet und an Beliebtheit gewonnen. |